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DVD Ayaktakimi

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Ayaktakımı ist ein Dokumentarfilm über die türkische Fankultur. Eine Fankultur, zwischen industriellen Fußball und staatlicher Repression. Aktuell protestieren die Fans gegen Passolig, das personalisierte E-Ticket. Mit Çarşı steht eine Fangruppe sogar wegen ''versuchten Umsturz des Staates'' vor Gericht. Ayaktakımı nimmt euch mit auf eine Reise zu den türkischen Tribünen von Istanbul bis Diyarbakır.

 

Hintergrund

Ayaktakımı (korrekte türk. ÜbersetzungFußmannschaft“; sinngemäß Gesindel, Pöbel) – ist ein Dokumentarfilm über die türkische Fankultur im Kampf gegen rein kapitalorientierten Fußball und staatliche Repression. Das personalisierte E-Ticket Passolig verdrängte viele Fans aus den Stadien und mit „Çarsı” steht eine Fangruppe sogar wegen eines „versuchten Umsturz des Staates“ vor Gericht. Ayaktakımı nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise zu den Tribünen von Istanbul bis Diyarbakır.

Ausgangspunkt für die Entstehung des Films war das Jahr 2014 – das Jahr Eins nach Gezi. Nach der Protestwelle folgten staatliche Einschüchterung und Repression. Zahlreiche Menschen aller Altersklassen wurden wegen „Terrorismus“ verurteilt und jede Gruppe, die Einfluss hatte, auf irgendeine Weise zur Rechenschaft gezogen. So auch 'Çarşı', die bekannteste Fangruppe von Beşiktaş, welche während der Proteste in Teilen der Bevölkerung zu wahren Volkshelden avancierten. Der Staat musste reagieren und vor allem die Repression gegen oppositionelle Fangruppen erreichte einen neuen Höhepunkt. Die einschneidenste Maßnahme war sicherlich Passolig. Eine Fankarte ähnlich der Tessera aus Italien. Allerdings mit dem bitteren Beigeschmack, dass diese auch noch als Kreditkarte einer regierungsnahen Bank ausgegeben wird, die mit den Fußballeinnahmen auf dem Weg ist, die reichste Bank der Türkei zu werden – die aktıfbank.

Vom Crowdfunding „Geisterspiel“ zum Film „Ayaktakımı”

Ausgehend von dieser Situation wollten wir einen Dokumentarfilm drehen – mit, über und für die türkische Fanszene. Naz wurde selber mit dem Ali-Sami-Yen-Stadion groß und es bestanden bereits Kontakte zu verschiedenen Fangruppen. Da in der Türkei vieles durch Spontanität und Sympathie abläuft, hatten wir auch keine größeren Schwierigkeiten, die Kontakte, die die Basis des Films darstellen sollten, weiter auszubauen. Etwas blauäugig, ohne Produktionsfirma und ohne Kulturförderung, starteten wir schließlich im Frühjahr 2015 von Istanbul aus das Crowdfunding-Projekt „Geisterspiel“, namentlich angelehnt an die bekannte Passolig-Problematik. Diese verbreitete sich überraschend flott über die bekannten „Szenekanäle“ und schließlich konnten wir rund 6.800,- Euro sammeln, die zumindest einen Großteil der Kosten abdeckten. Auch BFU spendete die Einnahmen aus den Verkäufen der Jahreskalender und hatte großen Anteil an der steigenden Bekanntheit des Projekts. Vor allem die hohe Anzahl uns unbekannter Spender beeindruckte uns, da es hier doch eines recht hohen Maßes an Vertrauen bedarf. Insgesamt zeigt es aber, dass es richtig war, den Weg in die Türkei zu wagen und sich einem Thema zu widmen, was auch viele Fans im deutschsprachigen Raum zu interessieren scheint.

Die Dreharbeiten gingen innerhalb von zwei Monaten relativ schnell über die Bühne und wer das Projekt aufmerksam verfolgt hat, dem entging auch nicht die Namensänderung. „Ayaktakımı” war geboren. Hintergrund war schlichtweg der, dass wir uns nicht starr am Thema Passolig abarbeiten wollten, was Teil eines viel komplexeren Problems ist und uns der Name „Geisterspiel“ allmählich unpassend erschien. Bald entdeckten wir viel mehr Thematiken, die Berücksichtigung im Film finden sollten. Unser Interviewpartner der Gruppe Viva Göztepe aus Izmir z. B., legte besonderen Wert darauf, über die Istanbul-Dominanz im türkischen Fußball herziehen zu können, sonst mache es keinen Sinn, über die übrigen Themen zu sprechen. Die strenge Hierarchie ist Teil des modernen Fußballs der Türkei und beeinflusst die Fanlandschaft ganz entscheidend, weshalb das Thema einen zentralen Platz im Film einnimmt. Neben Göztepe gibt es beim Stadtrivalen Karşıyaka Einblicke in die faszinierende Atmosphäre beim Basketball. In der Hauptstadt Ankara bekommt man Eindrücke von der Özgür Lig, einer alternativen Liga, bei der auch Fangruppen wie KaraKızıl von Gençlerbirliği teilnehmen, seit sie Passolig boykottieren. Mit der kurdischen Fangruppe Barikat Amedspor und dem kurdischen Fußballer Abdullah Çetin wird eine weiterer Brennpunkt des türkischen Fußballs thematisiert, dessen Situation sich bis heute leider drastisch verschlechtert hat, als wir das letzten Sommer noch ahnen konnten. Natürlich sind auch die bekannten Clubs aus Istanbul vertreten, speziell mit Fokus auf Çarşı und deren Prozess. Ansonsten dreht sich das Geschehen dennoch fast überall um Passolig.

Ayaktakımı im Jahr 2016

Genau ein Jahr nach dem Crowdfunding ist der Film fertig und lief bereits bei Festivals, in Kinos, Jugendclubs und autonomen Zentren. Die Nachfrage deutscher Fangruppen war für uns überraschend hoch und auch mit der Diskutierfreudigkeit auf unseren Veranstaltungen sind wir sehr zufrieden. Im April ist die Türkei-Premiere bei der Fanrechteorganisation Taraf-Der in Ankara, gefolgt von Vorführungen in Izmir und Istanbul.

Leider muss man sagen, dass die Aktualität des Films kaum eingebüßt hat. Taraf-Der hatte gegen Passolig geklagt. Das Ergebnis des Urteils vom 2. März: Die aktıfbank dürfe die Daten der Fans nicht mehr an Dritte weitergeben. Das Produkt Passolig bleibt aber erhalten wie es ist und sogar eine Ausweitung auf niedrigere Ligen und andere Sportarten wie Basketball scheint kurz bevor zu stehen. Die neuen Arenen, die überall im Land entstehen, sind sowieso schon an die neuesten Sicherheitsstandards angepasst.

Was Çarşı betrifft, konnte man erst Ende Dezember von einem Freispruch lesen. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat aber die Staatsanwaltschaft das Urteil noch im Januar widerrufen. Obwohl der Prozess fast komplett von der Bildfläche verschwand, da andere politische Themen auf die Agenda rückten, lässt es sich der Staat auch hier nicht nehmen, Çarşı zumindest auf möglichst lange Zeit hinzuhalten und zu zermürben.

Ansonsten spiegeln sich natürlich alle politischen Konflikte auch im Fußball wieder und die vor einem Jahr noch gänzlich unbekannte kurdische Gruppe Barikat Amedspor rückte in den Fokus der Öffentlichkeit, als 30 ihrer Mitglieder wegen der Parole „Die Kinder sollen nicht sterben, sie sollen zum Spiel gehen!“ verhaftet und wegen „Staatsverrat“ sowie „Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“ angeklagt wurden.

Die Lage für das „Ayaktakımı” hat sich also keineswegs gebessert und wir sind besonders gespannt auf die Reaktionen unserer türkischen und kurdischen Freunde im Laufe unserer Türkei-Tour im April und wünschen den Fans viel Durchhaltevermögen in den harten Zeiten.

Wir bedanken uns nochmal ausdrücklich bei allen, die das Projekt finanziell unterstützt haben – auch im Namen der Fangruppen, die im Film mitgewirkt haben.

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